PROJEKT FÜR INKLUSIVE FUSSBALL-FÖRDERUNG – PFIFF

Seit 2017 führt der VfB Stuttgart in Kooperation mit dem Württembergischen Fußballverband im Rahmen seines gesellschaftlichen Engagements (VfB fairplay, jetzt VfB-Stiftung Brustring der Herzen) das Projekt für inklusive Fußball-Förderung PFIFF durch.

Ausgehend von der Tatsache, dass sehr viele Menschen mit Beeinträchtigung im Land gerne Fußball spielen möchten, dies aber auf Grund vorhandener Barrieren nicht können, ist das Projekt angetreten, um von Stuttgart aus ein flächendeckendes, inklusives Fußballnetzwerk zu schaffen. Am landesweiten PFIFF sind bereits mehrere Vereine (darunter 46PLUS), Verbände und Institutionen beteiligt.

Nicht nur das angebotene regelmäßige Training, auch die spezielle Weiterbildung der TrainerInnen in den ortsansässigen Fußballvereinen ist unbedingt notwendig, damit Menschen mit Beeinträchtigungen ihren Lieblingssport ortsnah ausüben können.

Stuttgart ist einer von sechs Stützpunkten. Für drei verschiedene Altersgruppen gibt es abwechselnd am Standort Stuttgart wöchentlich dienstags ein Trainingsangebot, das von Fritz Quien, Landestrainer der Auswahl für Fußballer mit mentaler Beeinträchtigung und Manuel Bierig, Trainer der VfB Fußballschule, geleitet wird.

Inzwischen gehören elf der Sportlerinnen und Sportler von 46PLUS dem regelmäßigen Fußballtraining des VfB Stuttgart an.

Interview mit den PFIFF-Trainern Fritz Quien und Manuel Bierig

Seit 2015 gemeinsame Aktionen mit dem VfB Stuttgart

Auch sonst unterstützt der VfB Stuttgart 46PLUS, und gemeinsam haben wir bereits verschiedene Aktionen durchgeführt.

Beim Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt am 21. März 2015, dem Welt-Down-Syndrom-Tag, bildeten 14 unserer Kinder mit Down-Syndrom ein Spalier beim Einlauf der beiden Mannschaften. Es wurde ordentlich abgeklatscht und nach dem damals siegreichen Nachmittag für den VfB durften sich die Kids als echte Glücksbringer fühlen.

Stolze Einlaufkinder waren die Jungs und Mädchen auch im Dezember 2016, als der VfB Stuttgart Hannover 96 empfing.

Bürgerfest Berlin

Im September 2018 durften zehn Jugendliche mit Down-Syndrom aus unserer Sportgruppe beim jährlich stattfindenden Bürgerfest des Bundespräsidenten mitwirken, welches das ehrenamtliche Engagement von Bürgern und Konzernen in den Mittelpunkt stellt.

Auf Einladung des VfB Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Stiftung Allianz für Kinder ging es für zwei Tage nach Berlin ins Schloss Bellevue, um PFIFF – das Projekt für inklusive Fußball-Förderung – vorzustellen. Unsere Nachwuchskicker mit Down-Syndrom zeigten ihr sportliches Können auf dem Fußballcourt im Schlosspark Bellevue vor 5.500 geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft am Freitag sowie 15.000 Besuchern am Samstag.

Berührungsängste gab es überhaupt nicht, wie die Partnerübungen verdeutlichten, zu denen an den beiden Tagen von der Stiftung Allianz für Kinder viele prominente Persönlichkeiten eingeladen waren. Den Höhepunkt bildete das Torwandschießen mit vielen bekannten Sportlern in gemischten Teams mit den PFIFF-Teilnehmern, kommentiert von Stern TV-Moderator Steffen Hallaschka. Vor den Augen und den Anfeuerungsrufen der zahlreich erschienenen Zuschauer wurden unsere jungen Fußballer mit Down-Syndrom zu großen Stars im Soccer-Court, denn ihre grenzenlose Begeisterung und pure Lebensfreude war einfach ansteckend.

Für das spannende Torwandschießen standen Sportgrößen bereit, wie die Ex-Nationalspieler Cacau, Arne Friedrich, Karl-Heinz Riedle und Marko Rehmer sowie der ehemalige Herta BSC-Spieler Andreas „Zecke“ Neuendorf und Olympiasieger im Bobfahren Francesco Friedrich. Es wurde abgeklatscht, umarmt und der Erfolgstreffer gemeinsam bejubelt.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nahm sich auf seiner Runde durch den Schlosspark die Zeit, um sich mit seiner Gattin über die verschiedenen Projekte zu informieren, die an den vielen Ständen präsentiert wurden – und strahlte mit den PFIFF-Teilnehmern fröhlich in die Kamera für ein gemeinsames Erinnerungsfoto.

Brust raus für Inklusion

Im April 2019 demonstrierten unsere jungen Kicker mit dem Extrachromosom neben ihrem fußballerischen Können vor allem ihre pure Freude und jede Menge Spaß an der Bewegung in einem Fußballcourt auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Eine Woche lang gab es überwältigende Aktionen unter dem Motto „Brust raus für Inklusion!“ Beim Torwandschießen wurde jedes Tor lautstark bejubelt. Auch wenn ein Treffer daneben ging, wurde abgeklatscht und applaudiert.

Von der guten Stimmung und der einzigartigen Atmosphäre auf dem Court ließen sich viele Passanten auf der Königstraße anlocken und von der Begeisterung der jungen Fußballer anstecken.

Bei den Partnerübungen unter der Anleitung von PFIFF-Trainer Fritz Quien gab es keinerlei Berührungsängste – allen voran der Ministerpräsident Winfried Kretschmann und VfB-Präsident Wolfgang Dietrich.

Beim gemeinsamen Training im Stadion mit den VfB-Profis Zuber, Aogo, Pavard und Akolo an verschiedenen Stationen blieb auch Zeit für Autogramme und schöne Erinnerungsfotos – und für ganz ganz viele herzliche Umarmungen!!!

Megastolz waren unsere elf PFIFF-Teilnehmer, als sie zum krönenden Abschluss beim Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg in der ausverkauften Mercedes Benz Arena mit den Mannschaften einlaufen durften. Brust raus!

Special Adventure Camp in Bonn

Im Mai 2022 ging es dann für acht unserer Sportlerinnen und Sportler aus unserem Kooperationsprojekt mit dem SV Salamander Kornwestheim zusammen mit dem VfB Stuttgart fünf Tage lang nach Bonn zum Special Adventure Camp, erstmals in Deutschland ausgetragen von der Football is more Foundation unter der Schirmherrschaft von DFB-Präsident Bernd Neuendorf. Die sportliche Leitung übernahmen die Trainer Fritz Quien und Manuel Bierig, bei denen unsere „Kids“ bereits seit vielen Jahren als Partner von VfBfairplay im Projekt für inklusive Fußballförderung (PFIFF) trainieren.

Zur großen Freude unserer Spielerinnen und Spieler wurden alle wie die Profis mit sportlichen Outfits vom VfB Stuttgart eingekleidet und starteten am Sonntagmorgen im VfB-Bus in ein unvergessliches Fußball-Abenteuer mit internationaler Besetzung aus England, Frankreich, Portugal, Schweiz und Österreich.

Die Liste der teilnehmenden Mannschaften kann sich sehen lassen: neben dem VfB Stuttgart waren die Special Needs Teams vom 1. FC Köln, Bayer 04 Leverkusen und dem Gastgeber FC Hertha Bonn angetreten. Den internationalen Rahmen bildeten die Mannschaften vom FC Chelsea, Paris Saint-Germain, Benfica Lissabon, FC Lugano, FC Bruschgol und FCR Altach.

Langeweile konnte beim abwechslungsreichen Tagesablauf erst gar nicht aufkommen. Neben vielen Trainingseinheiten und Turnieren war auch ein kulturelles Programm angesagt. Mit dem Schiff ging’s auf dem Rhein bis nach Köln mit Besichtigung des Doms und Besuch des Deutschen Sport und Olympia Museums. Zur Regeneration stand aber auch ein Spaziergang in Bonn zum Freizeitpark Rheinaue und dem Japanischen Garten an.

Und sportlich war jeden Tag etwas geboten: es wurde im Team trainiert – mit den eigenen Trainern, aber auch unter der Anleitung der internationalen Trainer. Bei den Übungen mit dem Fußball gab es selbst unter der Anleitung des englischen Coachs Borja vom FC Chelsea keinerlei Verständigungsprobleme. Der Spaß am Fußball und die Freude an der Bewegung standen dabei immer im Vordergrund. Ein inklusives Fußballturnier wurde am Montag mit Bonner Schülerinnen und Schülern auf den Sportanlagen Wasserland ausgerichtet. Die gemischten Teams aus Spielerinnen und Spielern mit und ohne Handicap sorgten für spannende Begegnungen. Der Fairplay-Gedanke stand dabei ganz im Vordergrund.

Auf dem Münsterplatz in der Bonner Innenstadt spielten auf dem eigens für das Adventure Camp errichteten Soccercourt am Dienstag und Mittwoch die zehn teilnehmenden Teams vor zahlreichen Zuschauern ihre Sieger aus. Unter der Moderation von TV-Journalist Tom Bartels wurden viele Tore geschossen, gefeiert, gejubelt und neue Freundschaften geschlossen. Die Euphorie der Spieler mit mentaler und körperlicher Beeinträchtigung riss die Zuschauer und die anderen Teams mit.

Viele Passanten blieben am Spielfeldrand stehen und unterstützen die jungen Kickerinnen und Kicker mit lautstarkem Applaus. Sogar die La-Ola-Welle ging mehrmals rund um den Platz herum. Am Ende ging „unser“ Team vom VfB Stuttgart als 4. Sieger mit einem riesigen Pokal vom Platz. Natja Stockhause, Hauptverantwortliche der Sportgruppe berichtet nach Rückkehr: „Das war ein großartiges Fußball-Abenteuer für alle Beteiligten! Die Stimmung im Team war völlig ausgelassen, die Spielerinnen und Spieler ließen sich feiern wie die Weltmeister!“

VfB Fußballschule

Bereits zum achten Mal hat 2023 die VfB-Fußballschule in Kooperation mit 46PLUS und dem SV Kornwestheim ein Inklusionscamp veranstaltet, bei dem Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung gemeinsam ihr fußballerisches Können auf dem Platz unter Beweis stellen.

Mit den Trainern der VfB Fußballschule um Headcoach Manuel Bierig wird an drei Tagen an verschiedenen Stationen Torschuss, Passtechnik, Dribblings und Koordination geschult. Beim beliebten Eltern-Kind-Turnier werden auf beiden Seiten viele Tore erzielt und bei so mancher Partie müssen die Eltern eine Niederlage gegen ihre trainingseifrigen Kids einstecken.

Ein Besuch des allseits beliebten VfB-Maskottchens Fritzle darf dabei natürlich nie fehlen. Unter großem Jubel und lautstarken Anfeuerungsrufen läuft Fritzle auf dem Sportplatz ein und nimmt sich die Zeit, allen Teilnehmern eine persönliche Autogrammkarte zu signieren. Beim Elfmeterschießen gegen Fritzle können die Kids ihr sportliches Können unter Beweis stellen und unter großem Beifall das Runde ins Eckige treffen.

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