09 Juni Natur pur und Elche hautnah oder 46PLUS goes to Sweden
Sportliche und kulturelle Begegnung in Schweden
Die inklusive Sportgruppe des Kooperationsprojekts von SV Salamander Kornwestheim und 46PLUS Down-Syndrom Stuttgart hat eine beeindruckende und abwechslungsreiche Woche in Schweden verbracht.
Neben vielen kulturellen Aktivitäten war die Woche in erster Linie geprägt vom Besuch der Heimatstadt ihrer Teamkameradin Ester, welche seit 3 Jahren im schwedischen Mora in der Region Dalarna lebt. Ihre Mutter ist Schwedin und wollte für ihre 13-jährige Tochter mit Down-Syndrom mehr Inklusion und weniger Ausgrenzung. Ester reist nach wie vor zu den Special Olympics-Wettbewerben aus Schweden an und geht mit dem Team von 46PLUS sowohl bei den Sommer- als auch bei den Winterspielen in Deutschland an den Start. Ester wünschte sich sehr, ihren Sportfreunden ihre Stadt und ihr Land zu zeigen. Die Einladung zu einem Besuch in Schweden war daher lange vorher ausgesprochen, aber die Umsetzung benötigte viel Zeit für die Planung, Organisation und Finanzierung einer solchen Reise – zumal sich über 40 Personen dazu angemeldet hatten. Mit so einer überwältigen Beteiligung hatte von der Vereinsführung anfangs wirklich niemand gerechnet.
Mit dem Flieger ging es von Stuttgart nach Stockholm. In Schwedens Hauptstadt stand nach einer interessanten Stadtrundfahrt der Besuch von Museen, eine Bootstour in die Schären und ein Bummel durch die Altstadt auf dem Programm.
Mit dem Reisebus fuhr das Team weiter nach Mora, der Stadt des weltbekannten Wasalaufs, ein 92 km langer Skilanglauf, um dort Quartier in typischen Schwedenhäusern auf einer inmitten wunderschöner Natur gelegenen Ferienanlage zu beziehen. Die 3-stündige Fahrt dorthin und die Erkundung der Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten hat bereits einen umfangreichen Eindruck von der Weite des Landes und der großartigen Natur vermittelt.
Beim Besuch eines Elchparks gab es auch Jungtiere, die gerade einmal 2 Wochen alt waren. Mit frischen Blätterzweigen durfte die Gruppe die Elche füttern und ihnen ganz nah kommen. Ein paar Mutige haben sich sogar getraut, den Tieren durch das Fell zu streicheln. Danach ging es für die jungen Sportlerinnen und Sportler samt Begleitpersonen in das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Kupferbergwerk in Falun 67 Meter in die Tiefe durch dunkle, enge Wege in das Innere der inzwischen stillgelegten Mine.
In der Ferienanlage fand die Gruppe eine große Auswahl an Freizeitaktivitäten vor, wie Minigolf oder Bowling. Fasziniert waren alle vom Discgolf im Wald, bei dem die Spieler mit einer Frisbeescheibe ähnlich dem Golf mit mehreren aufeinanderfolgenden Würfen einen weit entfernten Zielkorb treffen müssen. Beim Tanzworkshop haben die Interessierten eine Choreografie zum Song „We’re all in this together“ aus dem High School Musical einstudiert.
Der Höhepunkt war sicherlich das Sportfest gemeinsam mit Esters Mitschülerinnen und Mitschülern im Leichtathletik-Stadion von Mora, denn Sport verbindet und baut Brücken – ob deutsch oder schwedisch – beim Sport sprechen alle dieselbe Sprache. Nach dem gemeinsamen Aufwärmen wurden die Teilnehmenden in kleine Teams eingeteilt und konnten an acht Bewegungsstationen Punkte sammeln. Am Ende gab es viele strahlende Gesichter, denn alle erhielten eine schöne Erinnerungsmedaille.
Ein Besuch von Esters Schule durfte natürlich nicht fehlen, denn schließlich gilt Schweden als Vorreiter in Sachen Inklusion. Sehr interessant war dabei, dass in Schweden alle Schülerinnen und Schüler bis zur 9. Klasse zusammen bleiben. Unterricht findet auf dem gemeinsamen Schulcampus in vielen Fächern zusammen mit der Schülerschaft mit besonderem Förderbedarf statt.
In der Holzwerkstatt in Nusnäs werden die als Symbol für ganz Schweden bekannten Dalapferde hergestellt, inzwischen nicht mehr in mühevoller Handarbeit, sondern mit modernsten computergesteuerten Robotern. Allerdings werden die Holzpferde noch immer filigran von Hand bemalt mit Blumen, Blättern und Ranken.
Der krönende Abschluss war das Grillfest mit der gesamten Reisegruppe bei Ester zu Hause, ein riesengroßes Areal inmitten des herrlich lichten Kiefernwaldes direkt am Siljansee gelegen und nur durch eine 10-minütige Fahrt über einen Schotterweg erreichbar. Die Sportkameraden aus der Region Stuttgart staunten nicht schlecht und waren sehr beeindruckt, wie und wo ihre Teamkameradin Ester in Schweden lebt.
Die Universitätsstadt Uppsala mit ihrem mittelalterlichen Dom, dem imposanten Schloss und den schönen Parkanlagen am Fluss Fyris sowie das außerhalb gelegene historische Alt-Uppsala mit den königlichen Grabhügeln aus der Wikingerzeit war der letzte Ausflug einer eindrucksvollen Reise auf dem Weg zurück zum Flughafen Stockholm.
Ein großes Dankeschön gilt Esters Mutter Eva, die das abwechslungsreiche Programm für die Sportgruppe in langer Planung vorbereitet und organisiert hat.
