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In: Treffpunkt
Datum: 25.10.2006

Ein Eis mit Harald Schmidt

46PLUS Down-Syndrom Stuttgart e. V. präsentiert Fotokalender mit Prominenten

Stuttgart, 12. Oktober 2006. Rund 400 Besucher bei der Präsentation des 46PLUS-Fotokalenders 2007 im Stuttgarter LBBW-Forum.

Zwar hatte man bei 46PLUS mit einigen Gästen spekuliert – rund 400 Besucher sind allerdings selbst im LBBW-Forum nicht unbedingt an der Tagesordnung.

Begrüßt wurden die kleinen und großen Gäste von Elmar Haas, der auch durch die Präsentation führte.

Nach einigen musikalischen Einlagen des „Schwebenden Orchesters“ der Diakonie Stetten und einer kleinen Ballettaufführung der Tanzstelle Stuttgart-Möhringen stellte 46PLUS-Vorstandsmitglied Maren Krebs den Verein und dessen Ziele kurz vor.

Auf eines dieser Ziele, nämlich Vorurteile und Berührungsängste gegenüber Menschen mit Down-Syndrom abzubauen, ging danach noch Matthias Steffen vom Sozialpädiatrischen Zentrum des Olgahospitals Stuttgart ein. Mit seinem Vortrag zum Thema „Fremdheit“ brachte er mit Sicherheit nicht wenige Zuschauer ins Grübeln, wie sie es selbst mit dem für sie Fremden halten.

Und dann war es soweit: das Licht ging aus und die Besucher wurden auf eine kleine Reise durch das kommende Jahr geführt. In einer stimmungsvollen Präsentation wurde der Spaß – aber auch die kleinen und großen Katastrophen – bei den insgesamt 14 Kalender-Shootings gezeigt, bevor dann „virtuell“ durch den Kalender geblättert wurde.

Im Anschluss wurde dann der „echte“ Kalender feierlich enthüllt. Maren Krebs ließ es sich nicht nehmen, alle Mitglieder von 46PLUS, die am Kalender mitgearbeitet hatten, zu sich auf die Bühne zu bitten. Mit dabei waren natürlich auch die kleinen „Fotomodelle“, für die es zusätzlich noch kleine Geschenke gab. Ein Wort des Dankes ging auch an die zahlreichen Sponsoren, ohne die der 46PLUS-Fotokalender nicht finanziert hätte werden können.

Nach dem offiziellen Teil bot sich für die Besucher die Gelegenheit zum Austausch mit den „Kalender-Machern“ auf der Galerie des LBBW Forums. Auch die 14 Kalender-Bilder, die als vergrößerte Drucke gezeigt wurden, konnten nochmals ausgiebig bewundert werden. Für das leibliche Wohl sorgte das Forum-Catering, das ebenfalls von der BW-Bank gesponsert wurde.

Den Nachhauseweg traten dann viele Besucher mit einem oder meist mehreren Kalendern unter dem Arm an.

46PLUS-Fotokalender 2007

Kinder mit Down-Syndrom stehen mitten im Leben und haben Spaß daran. Wer das noch nicht wusste, der gewinnt diese Erkenntnis spätestens beim Betrachten des 46PLUS Fotokalenders. Porträtiert werden 14 Mädchen und Jungen mit Down-Syndrom – die Jüngste davon gerade einmal zwei Jahre alt – zusammen mit Prominenten in und aus Baden-Württemberg. Und das auf ganz persönliche und heitere Weise. So haben Kinder und Prominente ganz offensichtlich eine Menge Spaß an der Sache: Der kleine Jakob löffelt zusammen mit Entertainer Harald Schmidt einen Eisbecher, Sophie tanzt mit dem ersten Solisten des Stuttgarter Balletts, Jason Reilly, zu Dornröschen, Tim untersucht den bekannten TV-Serien-Arzt Walter Sittler und die zweijährige Leonie trifft sich mit der Stuttgarter Kultband „Massive Töne“ zum lockeren Sit-In am Stuttgarter Hauptbahnhof.

Eine Liste mit prominenten Persönlichkeiten, die das öffentliche Leben Baden-Württembergs repräsentieren sollten, war schnell zusammengestellt. Jetzt ging es ans Recherchieren. Es ist gar nicht so einfach und sehr zeitintensiv, bis zu den gewünschten Personen vorzudringen. Aber es hat sich gelohnt. Die meisten Prominenten erklärten sich sofort bereit, unsere Arbeit zu unterstützen und sich für den Kalender fotografieren zu lassen. Wir bekamen nur wenige Absagen, und so hatten wir schnell unsere „Modelle“ zusammen“, so Petra Hauser von 46PLUS. Mit von der Partie sind außerdem: Drei-Sterne-Koch Harald Wohlfahrt, Silvio Meißner und Jesper Grønkjaer vom VfB Stuttgart, Elisabeth-Musical-Darstellerin Wietske van Tongeren, Unternehmer Reinhold Würth, Architekt Frei Otto, Box-Weltmeisterin Alesia Graf, Turnerin Magdalena Brzeska, Bettina Gräfin Bernadotte und Schauspielerin Maria Furtwängler.

Nachdem 46PLUS in den letzten Jahren hauptsächlich über Anzeigen, Postkarten und Plakate zum Thema Down-Syndrom an die Öffentlichkeit ging, entschloss man sich mit dem Fotokalender in diesem Jahr bewusst für etwas Nachhaltiges. „Für uns waren zwei Dinge bei der Ansprache der Beteiligten wichtig:“, erklärt Stephanie Sproll, ebenfalls Vorstandsmitglied von 46PLUS, „Die Prominenten sollten einen Bezug zu Baden-Württemberg haben und sie sollten sich mit unserer Sache identifizieren.“ „Es gibt halt Sachen, da macht man einfach gern mit.“, begründet zum Beispiel Harald Schmidt sein Engagement. Bei 46PLUS hat Schmidt ganz nebenbei gleich ein paar neue Stammseher gewonnen. Der Fototermin fand nämlich nicht an Schmidts aktuellem Wohnort Köln statt, sondern ganz spontan in Stuttgart, weil er dort einen Termin hatte. Und im Anschluss daran ließ es sich der Moderator nicht nehmen, mit dem 46PLUS-Team im Café noch ein wenig über Gott und die Welt und natürlich das Down-Syndrom zu plaudern.

„Obwohl alle Mitwirkenden Zeit und Energie unentgeltlich zur Verfügung stellten, waren wir auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Die Kosten für Druck, Satz, Material und Promotion ließen sich dankenswerterweise über Spenden finanzieren. Besonders freut uns das Engagement der Landesbank Baden-Württemberg, die uns das LBBW-Forum kostenlos für die Kalenderpräsentation zur Verfügung stellt“, so Maren Krebs, Schatzmeisterin von 46PLUS.

Fotografisch eingefangen wurden die Szenen mitten aus dem Leben von Conny Wenk, die selbst zu den Gründungsmitgliedern von 46PLUS zählt. Nachdem sie mit ihrem Bildband „Außergewöhnlich“ bereits Mütter und deren Kinder mit Down-Syndrom porträtiert hatte, war der Fotokalender eine willkommene neue Herausforderung – mitsamt seinen vielen kleinen Stolpersteinen. „Die Kinder waren natürlich aufgeregt und mussten sich erst einmal an die Prominenten gewöhnen“, erinnert sie sich. „Durch die vollen Terminkalender der Prominenten blieb oft nur wenig Zeit für die Aufnahmen. In den meisten Fällen hatten wir gerade mal 30 Minuten für das Shooting zur Verfügung“.

Besonders stolz ist man bei 46PLUS, dass man für die Gestaltung des Kalenders die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart als Partner gewinnen konnte. Im Rahmen eines Studienprojektes wurde der Kalender von Studenten der Akademie gestaltet. „Durch die außergewöhnliche grafische Interpretation der Studenten werden die einzigartigen Charaktere auf den Fotografien nochmals hervorgehoben", erklärt Claudia Pella, die das Gestaltungsprojekt mit der Akademie organisierte. „Der Kalender gewinnt dadurch an Spannung und wird jeden Monat neu erlebt“, meint Professor Uli Cluss, Professor für Kommunikations-Design an der ABK, der sich sofort für das Projekt begeistert hat.

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