
Down-Syndrom? Oh je.
Hin und wieder muss man sich mit Behördengängen oder anderem formellen „Kram“ auseinandersetzen. Weil ich gerade mit unserem Baby beschäftigt war, griff diesmal mein Mann zum Hörer. Er erklärte kurz unser Anliegen – darunter auch folgender Satz: „... unsere dreijährige Tochter hat das Down-Syndrom.“ „Down-Syndrom? – Oh je!“ ertönte es mitleidsvoll am anderen Ende der Leitung. Mein Mann entgegnete prompt: „Nein, überhaupt nicht oh je!“ Ich musste erst einmal lachen. Seine spontane Reaktion war einfach klasse und die arme Sachbearbeiterin am Telefon mit Sicherheit total verdutzt.
Je mehr ich aber über ihre Reaktion nachdachte, umso mehr verging mir das Lachen. Unsere Tochter leidet nicht am Down-Syndrom, wie es im deutschen Sprachgebrauch immer so „schön“ heißt. Genauso wenig leiden wir Eltern daran, dass unsere Tochter ein Chromosom mehr hat als wir.
Aber wir leiden ab und zu an der Gesellschaft, die immer noch viel zu viele Vorurteile mit sich herumschleppt und Berührungsängste hat. Ein Kind mit Down-Syndrom passt halt nicht in das in Medien und Werbung vermittelte Bild der heilen Welt.
Naja, vielleicht ändert sich das ja eines Tages doch noch. Solange gilt für mich in solchen Fällen einfach die Devise: „Oh je, wieder einmal jemand, der es nicht besser weiß.“
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